Das Verständnis der DMARC-Datensatz-Syntax ist grundlegend für die Implementierung einer effektiven E-Mail-Authentifizierung. Ein DMARC-Datensatz (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance) besteht aus spezifischen Tags und Werten, die empfangenden Mail-Servern anweisen, wie mit E-Mails umzugehen ist, die die SPF- oder DKIM-Authentifizierung nicht bestehen. Dieser umfassende Leitfaden schlüsselt jedes DMARC-Tag mit praktischen Beispielen und Validierungstechniken auf, um Ihnen beim Erstellen sicherer DMARC-Richtlinien zu helfen.
I. Grundlegende DMARC-Datensatz-Struktur

DMARC-Datensätze werden als DNS-TXT-Datensätze in der Subdomain _dmarc.ihredomain.com veröffentlicht. Die grundlegende Syntax folgt einem Tag-Wert-Paar-Format, das durch Semikolons getrennt ist:
"v=DMARC1; p=quarantine; rua=mailto:[email protected]; ruf=mailto:[email protected]; sp=reject; adkim=s; aspf=s"Jedes Tag erfüllt eine spezifische Funktion bei der Definition Ihrer Domain-E-Mail-Authentifizierungsrichtlinie. Schauen wir uns jedes Tag im Detail an.
II. Erforderliche DMARC-Tags

v (Version)
Syntax: v=DMARC1
Zweck: Gibt die DMARC-Version an
Erforderlich: Ja (muss das erste Tag sein)
Das Versions-Tag muss immer DMARC1 sein und als erstes Tag in Ihrem Datensatz erscheinen. Es existieren keine anderen Versionen.
Beispiel:
v=DMARC1Häufiger Fehler: Die Verwendung von etwas anderem als DMARC1 führt dazu, dass der Datensatz ignoriert wird.
p (Policy/Richtlinie)
Syntax: p=none|quarantine|reject
Zweck: Definiert die Aktion bei Domain-Alignment-Fehler
Erforderlich: Ja
Das Richtlinien-Tag bestimmt, was empfangende Server mit E-Mails tun sollen, die die DMARC-Authentifizierung nicht bestehen:
p=none: Nur Überwachung, keine Durchsetzungsmaßnahmep=quarantine: Fehlgeschlagene E-Mails in Spam-/Junk-Ordner verschiebenp=reject: Fehlgeschlagene E-Mails vollständig ablehnen
Beispiele:
p=none # Überwachungsphase
p=quarantine # Sanfte Durchsetzung
p=reject # Vollständige DurchsetzungBest Practice: Beginnen Sie mit p=none zur Überwachung, gehen Sie schrittweise zu p=quarantine über und dann zu p=reject basierend auf der Analyse des legitimen Datenverkehrs.
III. Optionale Richtlinien-Tags
sp (Subdomain Policy/Subdomain-Richtlinie)
Syntax: sp=none|quarantine|reject
Zweck: Richtlinie für Subdomain-Nachrichten
Standard: Erbt den Wert der Hauptrichtlinie
Die Subdomain-Richtlinie ermöglicht eine unterschiedliche Behandlung von Nachrichten von Subdomains.
Beispiel:
v=DMARC1; p=quarantine; sp=rejectDiese Konfiguration verschiebt fehlgeschlagene Haupt-Domain-E-Mails in Quarantäne, lehnt jedoch fehlgeschlagene Subdomain-E-Mails ab.
pct (Percentage/Prozentsatz)
Syntax: pct=1-100
Zweck: Prozentsatz der Nachrichten, auf die die Richtlinie angewendet werden soll
Standard: 100
Ermöglicht eine schrittweise Richtlinieneinführung durch Angabe, auf welchen Prozentsatz fehlgeschlagener Nachrichten die Richtlinie angewendet werden soll.
Beispiele:
pct=25 # Richtlinie auf 25% der fehlgeschlagenen Nachrichten anwenden
pct=50 # Richtlinie auf 50% der fehlgeschlagenen Nachrichten anwenden
pct=100 # Richtlinie auf alle fehlgeschlagenen Nachrichten anwenden (Standard)Anwendungsfall: Beim Übergang von p=none zu p=quarantine beginnen Sie mit pct=10 und erhöhen Sie schrittweise.
IV. Alignment-Tags

adkim (DKIM Alignment/DKIM-Ausrichtung)
Syntax: adkim=r|s
Zweck: DKIM-Identifier-Alignment-Modus
Standard: r (relaxed/locker)
adkim=r: Lockere Ausrichtung (Subdomain-Übereinstimmung erlaubt)adkim=s: Strikte Ausrichtung (exakte Domain-Übereinstimmung erforderlich)
Beispiele:
adkim=r # mail.example.com kann für example.com signieren
adkim=s # Nur example.com kann für example.com signierenaspf (SPF Alignment/SPF-Ausrichtung)
Syntax: aspf=r|s
Zweck: SPF-Identifier-Alignment-Modus
Standard: r (relaxed/locker)
aspf=r: Lockere Ausrichtung (Subdomain-Übereinstimmung erlaubt)aspf=s: Strikte Ausrichtung (exakte Domain-Übereinstimmung erforderlich)
Beispiele:
aspf=r # Return-Path: [email protected] besteht für From: [email protected]
aspf=s # Return-Path muss exakt mit From-Domain übereinstimmenV. Reporting-Tags
rua (Aggregate Reports/Aggregierte Berichte)
Syntax: rua=mailto:[email protected]
Zweck: E-Mail-Adresse für aggregierte Berichte
Format: Tägliche XML-Berichte mit Authentifizierungsstatistiken
Beispiele:
rua=mailto:[email protected]
rua=mailto:[email protected],mailto:[email protected]Mehrere Adressen: Trennen Sie mit Kommas für Redundanz.
ruf (Forensic Reports/Forensische Berichte)
Syntax: ruf=mailto:[email protected]
Zweck: E-Mail-Adresse für Fehlerberichte
Format: Einzelne Fehlermeldungen mit Nachrichtenbeispielen
Beispiele:
ruf=mailto:[email protected]
ruf=mailto:[email protected],mailto:[email protected]Datenschutzhinweis: Forensische Berichte enthalten Nachrichteninhalte und können Datenschutzimplikationen haben.
ri (Report Interval/Berichtsintervall)
Syntax: ri=sekunden
Zweck: Intervall für aggregierte Berichte
Standard: 86400 (24 Stunden)
Beispiele:
ri=3600 # Stündliche Berichte (nicht empfohlen)
ri=86400 # Tägliche Berichte (Standard)
ri=604800 # Wöchentliche BerichteEinschränkung: Die meisten Empfänger ignorieren dieses Tag und senden unabhängig davon täglich Berichte.
fo (Forensic Options/Forensische Optionen)
Syntax: fo=0|1|d|s
Zweck: Bedingungen für die Generierung forensischer Berichte
Standard: 0
fo=0: Berichte generieren, wenn sowohl SPF als auch DKIM fehlschlagenfo=1: Berichte generieren, wenn entweder SPF oder DKIM fehlschlägtfo=d: Berichte generieren, wenn DKIM fehlschlägtfo=s: Berichte generieren, wenn SPF fehlschlägt
Beispiele:
fo=1 # Jeden Authentifizierungsfehler melden
fo=d # Nur DKIM-Fehler melden
fo=s # Nur SPF-Fehler meldenVI. Erweiterte DMARC-Datensatz-Beispiele
Überwachungskonfiguration
v=DMARC1; p=none; rua=mailto:[email protected]; ruf=mailto:[email protected]; fo=1Dieser Datensatz überwacht den gesamten Datenverkehr ohne Durchsetzung und generiert sowohl aggregierte als auch forensische Berichte.
Schrittweise Durchsetzung
v=DMARC1; p=quarantine; pct=25; sp=none; rua=mailto:[email protected]; adkim=r; aspf=rWendet Quarantäne-Richtlinie auf 25% der fehlgeschlagenen Haupt-Domain-Nachrichten an, während Subdomains überwacht werden.
Strikte Durchsetzung
v=DMARC1; p=reject; sp=reject; rua=mailto:[email protected]; adkim=s; aspf=sVollständige Durchsetzung mit strikter Ausrichtung für sowohl Hauptdomain als auch Subdomains.
Unternehmenskonfiguration
v=DMARC1; p=reject; sp=quarantine; rua=mailto:[email protected],mailto:[email protected]; ruf=mailto:[email protected]; pct=100; adkim=s; aspf=r; fo=1; ri=86400Vollständige Unternehmenseinrichtung mit mehreren Berichtzielen und gemischten Ausrichtungsrichtlinien.
VII. Häufige Syntaxfehler und Validierung
Formatierungsfehler
Fehlende Semikolons:
❌ v=DMARC1 p=reject rua=mailto:[email protected]
✅ v=DMARC1; p=reject; rua=mailto:[email protected]Falsche Tag-Reihenfolge (v muss zuerst stehen):
❌ p=reject; v=DMARC1; rua=mailto:[email protected]
✅ v=DMARC1; p=reject; rua=mailto:[email protected]Ungültige Richtlinienwerte:
❌ p=block
✅ p=reject
❌ p=spam
✅ p=quarantineE-Mail-Adress-Validierung
Fehlerhafte Adressen:
❌ [email protected] # Fehlendes mailto:
✅ rua=mailto:[email protected]
❌ rua=mailto:test@domain # Ungültige Domain
✅ rua=mailto:[email protected]Prozentwerte
Außerhalb des Bereichs:
❌ pct=150 # Über 100
✅ pct=100
❌ pct=0 # Null nicht erlaubt
✅ pct=1VIII. DMARC-Datensatz-Validierungstechniken
DNS-Lookup-Verifizierung
dig TXT _dmarc.example.com
nslookup -type=TXT _dmarc.example.comOnline-Validierungstools
Verwenden Sie DMARC-Datensatz-Checker zur Validierung der Syntax und Erkennung häufiger Fehler. Diese Tools überprüfen:
- Ordnungsgemäße Tag-Formatierung
- Gültige Richtlinienwerte
- E-Mail-Adress-Syntax
- DNS-Propagierungsstatus
Manuelle Validierungscheckliste
- Versions-Tag: Überprüfen Sie, dass
v=DMARC1zuerst steht - Richtlinien-Tag: Bestätigen Sie, dass
p=einen gültigen Wert hat - Semikolons: Prüfen Sie, dass alle Tags durch Semikolons getrennt sind
- E-Mail-Format: Validieren Sie das
mailto:-Präfix in Berichtsadressen - Zahlenbereiche: Überprüfen Sie, dass
pct=zwischen 1-100 liegt,ri=eine positive Ganzzahl ist - Ausrichtungswerte: Bestätigen Sie, dass
adkim=undaspf=nurrodersverwenden
Testen der DMARC-Implementierung
Nach Veröffentlichung Ihres Datensatzes überwachen Sie die Authentifizierungsergebnisse durch:
- DMARC-Aggregationsberichte
- E-Mail-Zustellungsprotokolle
- Drittanbieter-Überwachungsdienste
Skysnag Protect vereinfacht die DMARC-Implementierung durch automatisierte Datensatzgenerierung, Validierung und kontinuierliche Überwachung, um sicherzustellen, dass Ihre E-Mail-Authentifizierungsrichtlinien korrekt funktionieren.
IX. Erweiterte Konfigurationsüberlegungen
Multi-Domain-Organisationen
Für Organisationen, die mehrere Domains verwalten, berücksichtigen Sie:
- Zentralisierte Berichtsadressen
- Konsistente Richtliniendurchsetzungsstufen
- Subdomain-Richtlinienvererbung
E-Mail-Service-Provider-Integration
Bei Verwendung von Drittanbieter-E-Mail-Diensten:
- Überprüfen Sie die DKIM-Signierungsausrichtung
- Koordinieren Sie SPF-Datensatz-Includes
- Testen Sie die Auswirkungen der Richtliniendurchsetzung
Planung der Vorfallreaktion
Bereiten Sie sich auf DMARC-bezogene Zustellungsprobleme vor:
- Überwachen Sie Trends in Aggregationsberichten
- Etablieren Sie Verfahren für Richtlinien-Rollbacks
- Pflegen Sie ein Inventar legitimer Absender
X. Wichtigste Erkenntnisse
Die DMARC-Datensatz-Syntax erfordert präzise Formatierung und sorgfältige Berücksichtigung der Auswirkungen jedes Tags auf die E-Mail-Zustellung. Beginnen Sie mit Überwachungsrichtlinien mit p=none, setzen Sie schrittweise mit p=quarantine und p=reject durch, während Sie Aggregationsberichte analysieren. Konfigurieren Sie geeignete Ausrichtungsmodi basierend auf Ihrer E-Mail-Infrastruktur und validieren Sie Datensätze immer vor der Bereitstellung. Denken Sie daran, dass die DMARC-Effektivität von der ordnungsgemäßen SPF- und DKIM-Implementierung sowie der genauen Richtlinienkonfiguration abhängt.
Das Verständnis dieser Syntaxregeln und Validierungstechniken ermöglicht es Organisationen, robuste E-Mail-Authentifizierung zu implementieren, die vor Spoofing schützt und gleichzeitig die Zustellung legitimer E-Mails aufrechterhält. Regelmäßige Überwachung und Richtlinienverfeinerung gewährleisten fortlaufende Effektivität, während sich die E-Mail-Infrastruktur weiterentwickelt.